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Rhede, eine Stadt erinnert sich

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Veronika, Jahrgang 1943: „Mein Vater war auf Fronturlaub und konnte bei meiner Geburt mit dabei sein. Ein einziges Mal konnte er mich in den Armen halten bevor er zurück an die Front musste. Er kam nie wieder.“

Clara, Jahrgang 1920: „Aus Verzweifelung nahmen sich die Eltern meiner besten Schulfreundin das Leben. Was aus meiner Freundin geworden ist, weiß ich leider nicht. Man traute keinen Menschen mehr und es herrschte nur noch Angst und Schrecken in den Straßen.“

Ria, Jahrgang 1930: „Ich stand mit meinem Bruder und meiner Mutter in der Küche als unter dem Fenster eine Handgranate explodierte. Ich kann das nicht beschreiben, das war einfach nur entsetzlich.“

Esther, Jahrgang 1924: „Nein, wir Menschen in Auschwitz hatten keine Namen mehr. Wir waren nur noch eine Nummer. Alle Menschen die damals im Lager waren wurden am ganzen Körper rasiert und dabei machten sich die Nazis über uns Lustig. Frauen, Männer und kleine Kinder. Die einen mussten nach Links und die anderen mussten nach Rechts. Mein Gott, was mögen die Menschen wohl in den letzten Sekunden gedacht haben?“

Adele, Jahrgang 1924: „Um uns herum schlugen die Bomben ein und über uns hörten wir das laute Knattern der Flugzeuge. Es war die Hölle auf Erden. Wir beteten und weinten zusammen. Nur Gott alleine wusste, wie lange dieser Angriff dauerte.“

Manchmal haben mich die Kriegsgeschichten mit so einer emotionalen Wucht getroffen, das selbst mir die Tränen in den Augen standen, erzählt Mario Wallner der seit über einem Jahr an zwei Erinnerungsprojekten arbeitet. Erschreckend und zugleich mitreißend geht es Anfang September 2015 im Rheder Rathaus mit einer Text und Bilderausstellung los. 1945, Erinnerungen ein Gesicht geben, zeigt die Einzelschicksale der Zeitzeugen. „Ich hatte das große Glück und durfte auch die jüdische Zeitzeugin Esther Bejarano kennen lernen.“ sagt Wallner. Die heute 90 Jährige weiß wovon sie spricht, denn sie gehört zu den letzten Überlebenden des Mädchenorchesters Auschwitz. Um zu Überleben spielte Bejarano Volkslieder, Mozart oder auch Walzer im Lager. Heute sind es eingerappte Hip-Hop Texte mit schweren Bass gegen Gewalt und Rassismus. Ich mache Hip- Hop Musik damit ich die Jugend erreiche. Hip-Hop gegen das Vergessen, so Bejarano.

Die Bilderausstellung ist buchstäblich als Vorreiter geplant, denn am 4. November 2015 stellt Mario Wallner gemeinsam mit vielen Zeitzeugen fast 2000 laminierte Kerzen auf einem Rheder Acker aus und erinnert so an die vielen Kriegsopfer von 1945. Zusammen mit Jutta Holthöfer Büse (Akku Rhede), Lucia Hörnig (Seniorenbeirat) und Thorsten Merian (Stadtmarketing) sucht Mario Wallner weiterhin Paten für das Projekt 1945, die Menschen, die ich kannte. Werden Sie Teil dieses Projekt und helfen Sie die Erinnerungen zu wahren- mit einer Patenschaft für eine Kerze. Spenden Sie 1 Euro gerne auch mehr- und schreiben Sie Ihren Namen auf eine Blüte. Diese werden später an die Kerzen geheftet und zusammen mit dieser ausgestellt. Blüten, Stifte und die Spendendose finden Sie an der Volksbank Rhede Gildekamp 3, Hagebaumarkt Rhede. Bürgerbüro Rhede, und Azurit in Rhede. „Wir haben schon fast an die 600 Euro zusammen aber das reicht bei weitem nicht aus um fast 2000 Erinnerungskerzen auf einem Acker zu stellen.“ so Wallner.

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