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1945, die Menschen, die ich kannte

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Mit seinem ersten Projekt Senioren malen für Rhede sorgte Mario Wallner selbst außerhalb von Rhede für Schlagzeilen. Kein Wunder, denn der 43 Jährige verknüpfte die Erinnerungen älterer Menschen mit der Kreativität. Damals hatte der Rhedenser eine sehr starke Mitstreiterin an seiner Seite. Die bekannte Schriftstellerin und Demenzaktivistin Helga Rohra. Die sprachbegabte Aktivistin lobte Wallners Aktion mit den Worten „Das Rheder Projekt ist bundesweit einmalig“! Diesmal jedoch, scheint einiges anders zu sein und einige Rheder und Bocholter Bürger sprechen sogar von einem Mammut-Projekt das kaum in 24 Monaten zu schaffen sei. Sein vorhaben klingt zunächst einmal unglaublich. Als Mario mir von seinem neuen Projekt erzählte, dachte ich, jetzt fliegen bei diesem jungen Mann sämtliche Sicherungen raus, erzählt ein 90-jährige Dame. Gleichzeitig war ich von dieser Geschichte so angetan das mir die Tränen in den Augen standen. Ich unterstütze Wallners Aktion weil dies für mich eine Möglichkeit ist, meinen Vater zu gedenken der im Krieg verstarb und nie wieder kam, erzählt die robuste Dame weiter. 1945, die Menschen, die ich kannte, mit diesem kostenlosen ehrenamtlichen Projekt besucht Wallner seit Anfang Januar wieder einmal die ältere Generation in Privathaushalte und Seniorenheime. „Wachrütteln und nicht Anklagen das ist mir und den Teilnehmern wichtig. Denn keiner von uns kann etwas dafür was damals geschehen ist.“ sagt Wallner.

Wallner traut sich an einem Thema ran dass zu den dunkelsten Kapiteln Deutschlands gehört.
Es geht um Kriegsopfer. Frauen, Männer, Kinder und um Behinderte Menschen die im einem sinnlosen Krieg verstarben oder ermordete wurden. Anne Frank, Geschwister Scholl und die vielen Menschen die man in Auschwitz umbrachte. Wallner und die Senioren (darunter auch Zeitzeugen) erinnern mit Papierkerzen an diese Menschen. Die Kerzen werden liebevoll von den Senioren bemalt und jede Kerze trägt einen Namen von einem Kriegsopfer, erklärt Wallner. Jede Kerze wird von uns einlaminiert. Somit sind diese Kerzen Wasserdicht. Später kommen alle Kerzen auf einem Holzstab. Und das ungewöhnliche daran ist das diese Kerzen in November 2015 auf einem Acker stehen werden, sagt Wallner weiter. Ich habe sehr lange mit den Senioren gesprochen und Diskussionen gehabt, wir waren uns lange Zeit der Stückzahl dieser Kerzen nicht einig gewesen. Wir werden die Jahreszahl 1945 auch als Stückzahl der Kerzen nehmen. Denn mit 1945 war der Krieg nicht zu Ende, sagt der Rheder weiter.

Was bleibt sind die Erinnerungen bei den Zeitzeugen. Aus Kindern werden alte Menschen und so kommt mit dem Alter die Erinnerungen wieder hoch. Insbesondere bei einer schweren Demenz. Diese Menschen erleben teilweise den Krieg jeden Tag aufs Neue. Laute Geräusche, Sirenen lassen diese Menschen immer wieder hochschrecken, weiß Wallner aus Erfahrungen. Das er mit seinem neuem Projekt weite Wellen schlägt damit hätte selbst der Rheder nicht gerechnet. Nach kurzer Zeit lernte er die Dipl.- Musiktherapeutin und Buchautorin Simone Willig kennen. Simone Willig schrieb zusammen mit Silke Kammer das Buch „Mit Musik geht vieles besser. Der Königsweg in der Pflege bei Menschen mit Demenz. Doch damit nicht genug. Der Filmproduzent Joerg Plechinger schloss sich dieser Aktion an. Gemeinsam mit Simone Willig war er in Rhede. Passend zum Projekt wurde ein Beitrag in Bocholt in der Seniorenresidenz Schanze gedreht. Wir werden die Erinnerungen von Zeitzeugen zeigen. Sowohl Willig als auch Plechinger waren sehr berührt über die Geschichten von den Menschen die ihre Kriegsgeschichten erzählten, sagt Wallner. Neben dem Projekt soll im November 2015 wieder eine Veranstaltung auf die Beine gestellt werden. „Ich möchte hierzu nur verraten das Simone Willig und auch Joerg Plechinger mit dabei sein werden. Alles andere wird später noch verraten“, lacht Wallner. Wieder mal ein außergewöhnliches Projekt das auf Sachspenden der Bürger angewiesen ist. Was uns zurzeit sorgen macht ist die Laminierfolie in Größe DIN-A 4. Ohne diese Folie können wir auf Dauer nicht mehr weiter Arbeiten erklärt der Rheder.

Wer diese Aktion mit Sachspenden wie zum Beispiel, Laminierfolie DIN-A 4, Buntstiften oder kleine Aufkleber für die Papierkerzen unterstützen möchte kann sich bei demenzbegleiterwallner@gmx.de oder bei Facebook unter, Ein Regenbogen für Rheder und Bocholter Senioren melden.

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